Ein Attentat 1922. Ein geliehenes Fahrrad. Ein Enkel in Stockholm auf Nagelmatten.

Olav Westphalen

Hochschule für Bildende Künste Dresden

Neumarkt

Ist Geschichte eine große Linie aus Plänen, Entscheidungen, Zäsuren? Oder ein Fadenspiel, das jede Hand neu aufnimmt? Entsteht sie aus kleinen Zufällen, flüchtigen Begegnungen, unerwarteten Anschlüssen? Jedes Geschehen braucht ein nächstes, das es aufgreift. So bildet sich stets das nächste Bild. Geschichte hätte immer auch anders sein können und wird es, je nachdem, was wir als nächstes wählen. Vielleicht ist sie weniger Plan als Kette und unwahrscheinlicher, als wir denken.

Olav Westphalen arbeitet genau an dieser Stelle: mit Performance, Zeichnung und Installation spürt er Widersprüchen in akzeptierten Erklärungsmodellen nach und dem intellektuellen Freiraum, der entsteht, wenn Macht, Wissen und Moral ins Wanken geraten.