Mahsa Parvizi

Stiftung Frauenkirche und riesa efau. Kultur Forum Dresden

Neumarkt

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Mahsa Parvizi

„Ich bin in Ahvaz, Iran geboren, einer Stadt, die den Krieg von 1980-88 bis heute in ihrer Erinnerung trägt. Auch Dresden, wo ich jetzt lebe, ist eine Stadt, in der Kriegserinnerungen präsent sind.

Ich verfolge die aktuellen Ereignisse im Iran aus der Ferne durch Videos und Bilder: Himmel voller Rauch, Geräusche von Explosionen und kurze Nachrichten wie „2:05 Uhr, eine Explosion war zu hören“.

Statt eines Bildes der Zerstörung habe ich nach einem Bild gesucht, das uns an etwas erinnert. Für mich wirkt dieses Kind so, als würde es uns nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Zukunft anschauen. Sein Gesicht habe ich aus einem Screenshot herausgelöst: Aus einer Menschenmenge von großen Körpern, Bewegungen und Rufen, blickt ein Junge direkt in die Kamera. Die Details des Gesichts verschwinden fast vollständig; übrig bleiben nur die grobe Form des Gesichts, die Augen und der Blick. Für diese Arbeit habe ich die Technik des Fototransfers verwendet. Das Bild wird zunächst gedruckt, dann in Teile zerlegt und wieder zusammengesetzt. Anschließend wurde die fertige Arbeit erneut fotografiert und dann als Banner gedruckt, vor dem Sie stehen. In diesem Prozess bleiben Brüche, Verschiebungen und Spuren des Bildes sichtbar. Dieser Verlust von Klarheit und die mehrfache Reproduktion des Bildes stehen für mich in Verbindung mit Erinnerung, Distanz, Krieg und Kommunikation aus der Ferne.“